Dropbox gehört zu den beliebtesten Cloud-Speicherdiensten weltweit und macht es kinderleicht, Dateien zwischen verschiedenen Geräten zu synchronisieren und mit anderen zu teilen. Doch was passiert, wenn man plötzlich vor verschlossenen Türen steht? Viele Nutzer kennen das frustrierende Szenario: Man möchte sich anmelden, doch statt des gewohnten Zugriffs erscheint die Fehlermeldung „Zu viele Geräte verbunden“. Besonders ärgerlich wird es, wenn man sich sicher ist, das Gerätelimit noch gar nicht erreicht zu haben. Die gute Nachricht: Dieses Problem lässt sich meist schneller lösen, als man denkt.
Warum erscheint diese Fehlermeldung überhaupt?
Dropbox limitiert je nach Abo-Modell die Anzahl der Geräte, die gleichzeitig mit einem Account verknüpft sein dürfen. Bei der kostenlosen Basic-Version sind es lediglich drei Geräte, während Nutzer bezahlter Pläne wie Plus, Family, Professional oder Essentials ihre Cloud-Daten auf unbegrenzt vielen Geräten nutzen können. Das klingt zunächst nach einer klaren Regelung, doch in der Praxis sammeln sich oft mehr aktive Verbindungen an, als man vermutet. Jedes Smartphone, jeder Computer und sogar jeder Browser, von dem aus man sich eingeloggt hat, zählt potenziell als separates Gerät.
Hier eine wichtige Information, die vielen nicht bewusst ist: Der Login über die Webseite dropbox.com zählt nicht zur Gerätelimitierung und wird auch nicht in der Geräteliste erfasst. Das bedeutet, dass ihr über den Browser immer Zugriff auf eure Dateien habt, selbst wenn ihr das Gerätelimit erreicht habt. Diese Option ist besonders praktisch, um in solchen Situationen überhaupt erst Zugang zu den Kontoeinstellungen zu bekommen und das Problem zu beheben.
Das eigentliche Problem liegt in der Tatsache, dass viele Nutzer vergessen, sich von alten Geräten oder Browser-Sitzungen aktiv abzumelden. Das alte Arbeitsnotebook vom vorherigen Job? Noch verbunden. Das Smartphone, das seit zwei Jahren in der Schublade liegt? Nimmt immer noch einen Platz ein. Selbst verschiedene Browser auf demselben Computer können als separate Geräte gezählt werden, wenn man sich dort jeweils eigenständig angemeldet hat. Mehrfache Anmeldungen desselben Kontos auf einem Computer werden tatsächlich als separate Geräte behandelt, was die Verwirrung noch größer macht.
Die systematische Lösung: Gerätemanagement in den Kontoeinstellungen
Der Schlüssel zur Lösung liegt in den Sicherheitseinstellungen eures Dropbox-Kontos. Hier findet ihr eine vollständige Übersicht aller verknüpften Geräte – und vermutlich werdet ihr überrascht sein, wie viele Einträge dort auftauchen. Um das Problem anzugehen, müsst ihr zunächst über einen Browser auf die Dropbox-Website gehen und euch dort anmelden. Falls die Fehlermeldung bereits beim Login in der Desktop-App oder mobilen App erscheint, könnt ihr wie bereits erwähnt problemlos über die Web-Oberfläche auf euer Konto zugreifen, da dieser Zugang nicht zur Gerätelimitierung zählt.
Klickt nach dem Login oben rechts auf euer Profilbild oder eure Initialen. Im Dropdown-Menü wählt ihr den Punkt „Einstellungen“ aus. In neueren Versionen kann dieser Bereich auch unter „Konto“ zu finden sein. Navigiert dann zum Tab „Sicherheit“ – hier offenbart sich meist der Kern des Problems. Im Abschnitt „Geräte“ seht ihr eine detaillierte Auflistung aller aktiven Verbindungen. Dropbox zeigt dabei nicht nur den Gerätenamen, sondern auch das Betriebssystem, den Browser und häufig sogar das Datum der letzten Aktivität an. Diese Informationen sind Gold wert, um die Spreu vom Weizen zu trennen.
Diese Geräte könnt ihr bedenkenlos entfernen
Alte Smartphones und Tablets stehen vermutlich ganz oben auf der Abschussliste. Wenn ihr vor zwei Jahren auf ein neues Handy gewechselt habt, das alte aber nie aus der Geräteliste entfernt wurde, nimmt es weiterhin einen wertvollen Slot ein. Gleiches gilt für verkaufte oder verschenkte Geräte – hier ist das Abmelden sogar aus Sicherheitsgründen dringend empfohlen. Browser-Sitzungen sind oft die größten Übeltäter. Vielleicht habt ihr euch mal am Rechner eines Freundes eingeloggt, auf einem öffentlichen Computer in der Bibliothek oder im Internetcafé im Urlaub. Jede dieser Sitzungen kann theoretisch noch aktiv sein.

Auch verschiedene Browser auf eurem eigenen Rechner – Chrome, Firefox, Edge – können jeweils als eigenes Gerät gelistet sein, da das System mehrfache Anmeldungen auf demselben Computer als separate Geräte erkennt. Besonders tückisch sind virtuelle Maschinen oder Testinstallationen. Wer beruflich mit verschiedenen Betriebssystem-Umgebungen arbeitet oder gerne neue Linux-Distributionen ausprobiert, sammelt schnell eine beachtliche Zahl an Geräteverbindungen an, ohne es zu merken.
So meldet ihr Geräte richtig ab
Neben jedem aufgelisteten Gerät findet ihr ein kleines X-Symbol oder einen Button mit der Aufschrift „Verknüpfung aufheben“. Ein Klick darauf entfernt das entsprechende Gerät aus eurer Liste. Dropbox fragt meist noch einmal nach, ob ihr wirklich sicher seid – eine sinnvolle Sicherheitsmaßnahme. Nach der Bestätigung ist das Gerät sofort getrennt und der Slot wieder frei. Das Abmelden eines Geräts löscht keine Dateien, weder in der Cloud noch auf dem betroffenen Gerät selbst. Es beendet lediglich die Synchronisation. Lokale Dateien bleiben erhalten, werden aber nicht mehr mit der Cloud abgeglichen. Falls ihr das Gerät später wieder nutzen möchtet, könnt ihr euch einfach erneut anmelden.
Präventive Maßnahmen für die Zukunft
Um nicht regelmäßig in dieselbe Falle zu tappen, lohnt es sich, ein paar Gewohnheiten zu entwickeln. Meldet euch bewusst von fremden Computern ab, wenn ihr dort temporär auf euer Dropbox-Konto zugegriffen habt. Die Web-Oberfläche bietet dafür einen deutlich sichtbaren Logout-Button – nutzt ihn konsequent. Macht es euch zur Angewohnheit, etwa alle sechs Monate einen Blick in die Geräteliste zu werfen. Das dauert keine fünf Minuten und verhindert, dass sich über die Zeit eine unübersichtliche Sammlung an Altlasten ansammelt. Gleichzeitig ist dies auch ein guter Moment, um andere Sicherheitsaspekte zu überprüfen, etwa verknüpfte Apps oder aktive Freigaben.
Wenn das Problem weiterhin besteht
In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass die Fehlermeldung auch nach dem Bereinigen der Geräteliste noch erscheint. Dann hilft oft ein vollständiges Ausloggen aus allen Sitzungen auf einmal. In den Sicherheitseinstellungen findet sich dafür meist eine Option mit der Bezeichnung „Alle Geräte abmelden“ oder „Alle Sitzungen beenden“. Diese Funktion ist sozusagen der Reset-Knopf für euer Gerätemanagement. Nach einem solchen kompletten Logout müsst ihr euch auf allen Geräten neu anmelden, die ihr tatsächlich nutzen möchtet. Das mag zunächst umständlich erscheinen, schafft aber einen sauberen Zustand und behebt auch hartnäckige Synchronisationsprobleme.
Falls die Fehlermeldung trotz aller Maßnahmen weiter auftaucht, könnte ein technisches Problem auf Seiten von Dropbox vorliegen. In diesem Fall lohnt sich der Gang zum Support-Bereich oder ein Blick ins offizielle Dropbox-Forum, wo sich oft Gleichgesinnte mit ähnlichen Problemen finden. Manchmal sind es auch temporäre Server-Probleme, die sich nach einigen Stunden von selbst erledigen.
Die Geräteliste als Sicherheits-Feature nutzen
Was zunächst als lästige Limitierung erscheint, hat durchaus seinen Sinn. Die Geräteverwaltung ist auch ein wichtiges Sicherheitsinstrument. Wer regelmäßig seine verknüpften Geräte überprüft, bemerkt auch unbefugte Zugriffe schneller. Seht ihr ein Gerät in der Liste, das ihr nicht kennt oder das von einem ungewöhnlichen Standort aus zugegriffen hat? Das solltet ihr ernst nehmen und sofort euer Passwort ändern. Die Kombination aus regelmäßiger Geräteüberprüfung, starken Passwörtern und aktivierter Zwei-Faktor-Authentifizierung macht euren Dropbox-Account zu einer ziemlich sicheren Festung. Die paar Minuten, die ihr für die Pflege der Geräteliste investiert, zahlen sich also mehrfach aus – durch bessere Sicherheit und reibungsloseren Zugriff auf eure Cloud-Daten.
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