PS5-Besitzer aufgepasst: Diese versteckte Funktion ruiniert deine PS4-Spiele komplett

Die PlayStation 5 bietet verschiedene Funktionen zur Verbesserung älterer Spiele, doch dabei herrscht oft Verwirrung darüber, was genau welche Einstellung bewirkt. Wer seine PS4-Spielesammlung auf der neuen Konsole nutzt, stößt auf mehrere Optionen in den Systemeinstellungen – doch nicht alle halten, was sie auf den ersten Blick versprechen. Ein genauer Blick auf die technischen Hintergründe zeigt, welche Features tatsächlich existieren und wo Marketing auf Hardware-Realität trifft.

Die 120Hz-Ausgabe: Eine universelle Funktion mit Grenzen

Sony bewirbt die PS5 mit ihrer Fähigkeit, Spiele in 120 Bildern pro Sekunde darzustellen. Die entsprechende Einstellung findet sich unter Einstellungen > Bildschirm und Video > Videoausgabe > 120Hz-Ausgabe, wo sie auf Automatisch gestellt werden kann. Diese Funktion ist allerdings keine versteckte oder speziell für PS4-Spiele entwickelte Option, sondern eine standardmäßige Videoausgabeeinstellung für alle Spiele – sowohl PS5- als auch PS4-Titel.

Die 120Hz-Ausgabe ermöglicht es Spielen, die bereits nativ für höhere Bildraten programmiert wurden, diese auch tatsächlich darzustellen. Sie verwandelt jedoch keine 30fps- oder 60fps-Spiele automatisch in 120fps-Titel. Die Funktion ist ein Ausgabemodus, kein Performance-Booster im eigentlichen Sinne. Viele Spieler erwarten hier Wunder, die technisch schlicht unmöglich sind.

Das echte versteckte Feature: Die Fliprate-Funktion

Es existiert tatsächlich eine versteckte Funktion in der PS5, die über die normale 120Hz-Ausgabe hinausgeht. Die sogenannte Fliprate-Funktion ist im Code der gnm- und gnmx-Grafikschnittstellen implementiert und kann bei bestimmten PS4- und PS5-Spielen höhere Frameraten ermöglichen als ursprünglich vorgesehen. Diese Technologie arbeitet auf einer tieferen Systemebene und ist nicht direkt über die Benutzeroberfläche zugänglich.

Die Fliprate-Funktion kann bei Spielen mit ungesperrten Bildraten oder variablen Performance-Modi tatsächlich Verbesserungen bringen. Allerdings gibt es dabei erhebliche Einschränkungen, die in der Praxis oft übersehen werden. Sony hat diese Funktion bewusst nicht prominent platziert, und das aus gutem Grund.

Die problematische Seite des Fliprate-Unlocks

Während theoretisch einige Spiele von höheren Frameraten profitieren könnten, zeigen sich in der Praxis massive Nebenwirkungen. Bei vielen Titeln, deren Bildrate künstlich entsperrt wird, treten gravierende Probleme auf. Spiele und Zwischensequenzen laufen in doppelter Geschwindigkeit ab, Menü-Animationen rasen nur so über den Bildschirm, und Kameras verhalten sich ruckelig. Physik-Berechnungen werden fehlerhaft ausgeführt, Charaktere glitchen aus der Spielwelt, und sowohl eingesteckter als auch ausgeteilter Schaden wird doppelt berechnet.

Diese Probleme entstehen, weil viele Spiel-Engines ihre Logik an die Bildrate gekoppelt haben. Was die Entwickler als fixe 30 oder 60 Bilder pro Sekunde konzipierten, wird bei künstlicher Beschleunigung instabil. Post-Processing-Effekte funktionieren nicht mehr korrekt, und im schlimmsten Fall stürzt das Spiel ab. Diese technischen Hürden sind der Grund, warum Sony diese Funktionalität nicht aktiv bewirbt oder als Feature kommuniziert. Die Implementierung von Frame-Pacing und Game-Logic basiert oft auf veralteten Entwicklungspraktiken, die sich rächen, sobald man an den Parametern schraubt.

PS5 Pro: Bildqualität für PS4-Spiele verbessern

Besitzer einer PS5 Pro haben Zugriff auf eine weitere, spezifische Funktion zur Verbesserung von PS4-Titeln. Die Option Bildqualität für PS4-Spiele verbessern findet sich ebenfalls unter Einstellungen > Bildschirm und Video > Videoausgabe und ist ausschließlich auf der Pro-Version verfügbar. Diese Funktion skaliert PS4-Spiele auf eine höhere Auflösung hoch und verbessert die Bildschärfe durch fortschrittliche Upscaling-Algorithmen.

Dabei handelt es sich nicht um eine Framerate-Verbesserung, sondern um ein verbessertes Upscaling. Die Funktion arbeitet unabhängig von der 120Hz-Ausgabe und zielt auf die Bildqualität ab, nicht auf die Geschwindigkeit der Darstellung. Wer einen modernen 4K-Fernseher besitzt, wird hier durchaus einen Unterschied bemerken.

Welche Spiele profitieren tatsächlich von 120Hz?

Echte Vorteile durch die 120Hz-Ausgabe bieten nur jene Spiele, die bereits vom Entwickler für höhere Bildraten programmiert wurden. Das betrifft hauptsächlich native PS5-Titel mit explizitem 120fps-Modus sowie einige wenige PS4-Spiele, die nachträglich entsprechende Patches erhielten. Bei rasanten Multiplayer-Shootern oder kompetitiven Titeln macht sich der Unterschied zwischen 60 und 120 Bildern pro Sekunde durchaus bemerkbar – kürzere Reaktionszeiten und flüssigere Bewegungen verschaffen einen spürbaren Vorteil.

Die überwiegende Mehrheit der PS4-Spielebibliothek läuft jedoch mit ihrer ursprünglichen Bildrate weiter. Ein auf 30fps programmiertes Action-Adventure bleibt auch auf der PS5 bei 30fps, selbst wenn die 120Hz-Ausgabe aktiviert ist. Die leistungsfähigere Hardware sorgt lediglich dafür, dass diese 30 Bilder stabiler und ohne Einbrüche dargestellt werden. Das klingt banal, macht aber einen erheblichen Unterschied beim tatsächlichen Spielerlebnis.

Technische Voraussetzungen für 120Hz

Wer tatsächlich von 120Hz profitieren möchte, benötigt die entsprechende Hardware. Der Fernseher oder Monitor muss echte 120Hz nativ unterstützen – nicht nur über Interpolations-Technologien, die viele Hersteller als höhere Bildwiederholrate bewerben. Entscheidend ist die Unterstützung von 120Hz über HDMI 2.1 bei 1080p oder 4K. Viele günstigere Displays werben mit 120Hz, meinen damit aber lediglich Motion-Smoothing-Features, die künstliche Zwischenbilder erzeugen.

Das mit der PS5 mitgelieferte HDMI-Kabel erfüllt den 2.1-Standard und ist für diese Anforderungen ausgelegt. Bei älteren Kabeln kann es zu Einschränkungen kommen. Zusätzlich reduzieren manche Displays bei aktiviertem 120Hz-Modus automatisch die Farbtiefe oder schalten HDR ab – eine Limitierung der HDMI-Bandbreite, nicht der Konsole selbst.

Der Unterschied zwischen 60 und 120 Bildern pro Sekunde

Die Wahrnehmung höherer Bildraten variiert stark zwischen einzelnen Spielern und Spielgenres. Bei kompetitiven Shootern oder präzisen Actionspielen nehmen viele den Unterschied deutlich wahr. Die Bewegungen wirken geschmeidiger, Kameraschwenks flüssiger und die Eingabeverzögerung verringert sich minimal. Bei Story-fokussierten Adventures, rundenbasierten Rollenspielen oder gemächlicheren Titeln fällt der Effekt deutlich geringer aus.

Wer unsicher ist, ob der eigene Bildschirm tatsächlich 120Hz ausgibt, kann dies über die eingebauten Display-Informationen moderner Fernseher prüfen. Viele Gaming-Modi zeigen die aktuelle Bildwiederholrate direkt an. Der subjektive Eindruck bleibt aber der zuverlässigste Indikator: Bei Spielen, die echte 120fps unterstützen, ist der Unterschied beim direkten Vergleich sofort sichtbar. Das menschliche Auge kann solche Unterschiede durchaus wahrnehmen, auch wenn manche Skeptiker das Gegenteil behaupten.

Abwärtskompatibilität: Was funktioniert wirklich?

Die PS5 bietet zweifelsohne eine beeindruckende Abwärtskompatibilität mit PS4-Titeln. Die leistungsfähigere Hardware sorgt für stabilere Frameraten bei Spielen mit variablem Performance-Modus, kürzere Ladezeiten und eine insgesamt flüssigere Darstellung. Diese Verbesserungen geschehen jedoch automatisch durch die stärkere CPU und GPU – nicht durch versteckte Einstellungen in den Menüs.

Wer einen echten Performance-Boost bei älteren Titeln erwartet, sollte nach Spielen Ausschau halten, die offizielle PS5-Patches erhalten haben. Viele Entwickler haben ihre erfolgreichen PS4-Titel nachträglich optimiert und bieten nun native PS5-Versionen mit höheren Auflösungen, besseren Frameraten oder zusätzlichen Grafikoptionen an. Diese offiziellen Updates liefern verlässlichere Ergebnisse als experimentelle Systemeinstellungen und werden vom Studio selbst getestet.

Die Grenzen zwischen den Generationen

Die Verwirrung um Performance-Verbesserungen bei PS4-Spielen zeigt, wie komplex moderne Konsolen-Architekturen geworden sind. Während die grundlegende Abwärtskompatibilität reibungslos funktioniert, bleiben viele technische Details selbst für erfahrene Gamer undurchsichtig. Die 120Hz-Ausgabe erfüllt ihren Zweck bei entsprechend programmierten Spielen zuverlässig, verwandelt aber keine alten Titel automatisch in High-Framerate-Erlebnisse.

Die PS4-Spielesammlung behält auf der PS5 ihren Wert, profitiert jedoch hauptsächlich von der allgemein stärkeren Hardware. Stabilere Bildraten bei Performance-Modi, kürzere Ladezeiten dank der SSD und eine insgesamt ruhigere Systemleistung machen den Unterschied – nicht einzelne versteckte Einstellungen. Wer das Maximum aus älteren Titeln herausholen möchte, sollte nach offiziellen Updates und PS5-Versionen Ausschau halten, statt auf undokumentierte Systemfunktionen zu hoffen.

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